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Qualität in der Sozialpädiatrie

Qualitätsmessung und Qualitätssicherung spielen im Gesundheitssystem in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine zunehmende Rolle. Eine „gute Qualität“ wird von den Betroffenen erwartet und entspricht auch dem Anspruch der Mitarbeiter in den Sozialpädiatrischen Zentren. Wie messe ich aber nun die „gute Qualität“? Im Bereich der somatischen Behandlung ist dies z.B. bei Operationen gut abzubilden. Hier können Sterblichkeit, Komplikationsraten oder auch Beschwerdefreiheit nach dem Eingriff gut messbar dargestellt werden. Im Bereich der Sozialpädiatrie ist dies aufgrund vielfältiger Einflussfaktoren deutlich schwieriger. Um das zunächst nicht messbare Konstrukt Qualität der ärztlichen Versorgung abzubilden, wurden sogenannte Qualitätsindikatoren (QI) entwickelt. Zur Entwicklung und Beurteilung dieser Qualitätsindikatoren gibt es standardisierte Verfahren. Typischerweise orientieren sich die Qualitätsindikatoren an einer leitliniengerechten Behandlung.

Der Zentrale Qualitätsarbeitskreis der Bundesgemeinschaft der Sozialpädiatrischen Zentren in der DGSPJ hat es sich zum Ziel gesetzt, auch die Qualität in der Versorgung in der Sozialpädiatrie messbar zu machen. Hierzu wurden in einem ersten Schritt in einer Kooperation mit dem Institut für Gesundheitssystemforschung der Universität Witten/Herdecke eine Recherche zu vorhandenen und evaluierten Qualitätsindikatoren durchgeführt. Diese Suche verlief weitgehend erfolglos, woraufhin erste mögliche Indikatoren erstellt wurden. Der Abschlussbericht der Kooperation mit dem Institut für Gesundheitssystemforschung steht hier als PDF-Datei zur Verfügung.

Eine grundsätzliche Einführung in die Thematik bietet der Artikel von Dr. Karin Hameister (Unna), der uns freundlicherweise vom Kirchheim Verlag als PDF-Datei zur Verfügung gestellt wurde.

Nach Abschluss des ersten Projektes wurde begonnen, exemplarisch am Krankheitsbild ADHS Qualitätsindikatoren für die Sozialpädiatrie zu erstellen. Aus der Vielzahl möglicher Qualitätsindikatoren wurden letztendlich in einem aufwendigen Prozess 39 als relevant identifiziert. Eine entsprechende Übersicht finden Sie in dem Artikel, der in der Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“ im Jahr 2015 erschienen ist.

Im nächsten Schritt wurde dann überprüft, in wieweit diese Evaluation von 39 Qualitätsindikatoren im Arbeitsalltag tatsächlich machbar ist. Auch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden in der Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“ publiziert. Die Publikation erfolgte im Jahr 2017. Als Kurzfassung steht Ihnen hier ferner das Poster zur Entwicklung und Machbarkeitstestung von Indikatoren zur Qualitätsbewertung der ADHS-Behandlung in Sozialpädiatrischen Zentren, welches auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Versorgungsforschung im Jahr 2013 vorgestellt wurde.

Aufgrund des hohen zeitlichen und somit auch finanziellen Aufwandes zur Messung von Qualitätsindikatoren wurde im nächsten Schritt dann versucht, die Qualitätsindikatoren EDV-gestützt zu erfassen und auszuwerten. Diese Arbeit erfolgte in Kooperation mit der TU Dortmund und der Firma Comline im Rahmen einer Bachelorarbeit. Hierbei ergaben sich einerseits erhebliche Zeitvorteile bei der Auswertung über automatisierte Methoden. Es wurden vier verschiedene EDV-gestützte Systeme eingesetzt und überprüft, wobei sich eines letztendlich tatsächlich als gut machbar darstellte. Allerdings hatten wir bei der Auswertung dann andererseits festgestellt, dass die „Tücke auch hier im Detail“ liegt. Das EDV-System arbeitet sehr präzise und genau. Allerdings wird die Auswertung durch die verschiedenen Nomenklaturen der Arztbriefschreibung erheblich erschwert, so dass eine semantische Strukturierung und Vereinheitlichung notwendig ist, wenn eine solche Qualitätsüberprüfung EDV-gestützt erfolgen soll. Ein Beispiel für solche Textbausteine liefert die PDF-Datei, die von Armin Wegener (Düsseldorf-Gerresheim) entwickelt und zur Verfügung gestellt wurde. Er hat gleichzeitig eine SOP zur ADHS-Diagnostik entworfen, die sich ebenfalls an den Qualitätsindikatoren orientiert. Auch diese steht Ihnen hier als PDF-Datei zur Verfügung. Das Kapitel der Entwicklung von Qualitätsindikatoren zum Thema ADHS ist aktuell abgeschlossen. Momentan befasst sich eine weitere Arbeitsgruppe unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Volker Mall (München) mit der Entwicklung von Qualitätsindikatoren bei der Behandlung von Cerebralparesen.